WE CARE!
Feministische Antworten auf die Care Krisen
WIDE Jahreskonferenz 2009, 18. - 20. Juni an der Universität Basel
Die Care Ökonomie ist ein umstrittenes Feld: Neoliberale Strategen sehen nur Kostenexplosion, Sozial- und Entwicklungspolitik vor allem Effizienz-Probleme, nationale Migrationspolitiken verheddern sich in Widersprüche. Drei Viertel der Care-Arbeit wird von Frauen geleistet, zu Hause und auf dem globalisierten Arbeitsmarkt. Die Geschlechterasymmetrie in der Organisation von Care und die ökonomische Fehleinschätzung der Versorgungsökonomie sind denn auch zentrale Themen feministischer Analyse und Politik. An der Konferenz werden wir diese Debatten aufnehmen und weiter diskutieren für die Ära des Gender Mainstreaming und im Kontext der globalen Krisen. Die Konferenz bietet Raum für den nternationalen Austausch und Gelegenheit, sich zu beteiligen an der Entwicklung und Stärkung alternativer Konzeptionen von Arbeit, Sicherheit und Wohlbefinden.
An der Konferenz werden alle Hauptreferate ins Deutsche, Französische und Spanische übersetzt!
Freiwillige ÜbersetzerInnen von ICVolunteers werden die Referate übersetzen.
Vielen Dank an ICVolunteers!www.icvoluteers.org
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Donnerstag 18. Juni
Care und soziale Versorgung als Ausgangspunkt für feministische Analysen
Wer leistet die Care Arbeit, unter welchen Bedingungen? Welchen Part spielen Institutionen wie Haushalte, Märkte, der öffentliche und der Nonprofit-Sektor?
Die neue komparative UNRISD-Studie zur Care Ökonomie bildet die Grundlage, um mehr zu erfahren über die Dimensionen, die Organisation und die Geschlechterdynamiken der Versorgungsökonomie. In den Workshops kontextualisieren wir die Erkenntnisse, fragen nach dem Veränderungspotenzial verschiedener Ansätze und entwerfen feministische Antworten auf die Care Krisen.
Freitag 19. Juni
Im Fokus: Drei Themenfelder der Care Ökonomie
Bezahlte formelle und informelle Care Arbeit
Auch bezahlte Care Arbeit bleibt Frauensache, zunehmend informalisiert und ungleich verteilt zwischen Frauen verschiedener geografischer und sozialer Herkunft. Gesellschaften sind auf Care Leistungen angewiesen. Frauen brauchen Cash – und haben Rechte. Was unternehmen Institutionen, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern? Was können wir von selbstorganisierten Arbeiterinnen lernen?
Nahrungsmittelketten und Care Krisen
Frauen sind die Hauptproduzentinnen von Nahrungsmitteln, als Bäuerinnen, Arbeitnehmerinnen und in Haushalten. Gleichzeitig sind 70 Prozent der Hungernden und Unterernährten Frauen und Kinder. Wie können wir das Engagement für das Recht auf Nahrung, menschenwürdige Arbeit und Geschlechtergerechtigkeit verknüpfen, um empowernde Praktiken und Politiken zu entwickeln?
Body Politics und Care Regimes
Die Body Politics wirkungsmächtiger Institutionen sind geprägt von heteronormativen Annahmen über Frauen und Männer und von Erwartungen an ihre Geschlechterperformance. Wie bestimmen sie die Arbeit, die Gesundheit, die soziale Sicherheit, wie die Lebensweisen und Spielräume von Frauen? Und was ist mit Männern und Body Politics, Maskulinitäten und Care?
Samstag 20. Juni
Die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Versorgungsökonomie
Die Finanzkrise der 80er-Jahre in Lateinamerika löste eine internationale feministische Debatte über Neoliberalismus und Makroökonomie aus. Seither ist die Care Ökonomie ein Kernthema dieser Debatte. 2009 sind wir mit einer globalen
Finanzkrise konfrontiert – nun ausgestattet mit viel Wissen und bestärkt durch einige Erfolge: Wie können wir alternativen ökonomischen, entwicklungs- und sozialpolitischen Modellen zum Durchbruch verhelfen? Wie speisen wir unsere Vorschläge in die nationale und internationale Politik ein?